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Tipps für’s Backen und Kochen mit Kindern / Rezept Ameisenmuffins

29. Mai 2017

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Durchs Leben lernen – so lautet meine Devise im Alltag mit Kind. So lasse ich den kleinen Mampfred so weit es möglich ist Alles alleine machen und ausprobieren und bei jeder Tätigkeit im Haushalt und Alltag dabei sein und helfen. Ja, das dauert oft länger und macht mehr Arbeit als ohne ihn – aber es wäre dann auch nur halb so schön! 

Dass er auch früh schon mit einem Messer handieren und beim Kochen und Backen helfen darf, war mir besonders wichtig. Damit er lernt, dass Essen auch mit Vorbereiten und Zubereiten zu tun hat. Dass selbstgemacht besser schmeckt (oder man sich zumindest besser fühlt, wenn’s mal doch nicht so gut schmeckt). Wie sich Beschaffenheit und Konsistenz von Lebensmittel durchs Kochen ändert und wie Lebensmittel im Urzustand überhaupt aussehen. 

Ich finde es schön und wichtig, dass mein Sohn mit seinen 3 Jahren erlebt wie er selbst etwas schaffen kann, nach und nach selbstständiger wird und spielerisch Sachen wie Feinmotorik übt. 

Im Alltag haben sich bei uns ein paar Sachen bewährt, die ich nun gerne mit dir teilen mag. Der Beitrag besteht aus 3 Teilen: 

  1. Praktische Küchenhelfer für Kinder
  2. Tipps und Tricks für’s stressfreie Backen und Kochen mit Kindern
  3. Ein einfaches, veganes Rezept für Muffins zum Nachbacken 

Praktische Küchenhelfer für Kinder

Natürlich kann jedes bestehende Küchengerät und Utensil von den Kindern genutzt werden, aber die Anschaffung von ein paar speziellen Produkten lohnt sich sehr. Das darf in meiner Küche nicht fehlen:

  • Ein Learning Tower – durch diesen Hocker können auch kleine Kinder sicher die Küchenarbeitsfläche erreichen und darauf arbeiten. Ich habe einen nach dieser Anleitung aus 2 Ikea Hockern selbstgebaut und er ist seit dem ersten Geburtstag mehrmals täglich im Einsatz (mittlerweile wird er auch gerne eigenhändig wo hin geschoben um zb. an Süßigkeiten in oberen Fächern zu gelangen).  
  • Wellenschneider – damit können auch schon kleine Kinder ab 1,5/2 Jahren recht gefahrlos Obst und Gemüse in Stücke schneiden. 
  • Kindermesser – zb. von Ikea oder Opinel. Letzteres hat ein Loch für den Zeigefinger und einen Fingerschutz für die andere Hand. Mit Hilfe eines Erwachsenen ist auch ein scharfes Messer schon ab 2/3 Jahren gut verwendbar. 
  • Nussknacker zum Drehen – damit gelingt das Knacken von Nüssen leichter und mit weniger Kraftaufwand. Nüsse knacken ist eine Lieblingsbeschäftigung vom Sohn (auch wenn wir grad gar keine Nüsse benötigen 😉 )
  • Kleiner Holzkochlöffel
  • Kleine Holzlöffel zum Entnehmen von Zutaten
  • Sparschäler z.b. von Ikea – Kindermesser und Schäler gibt es bei Ikea im Set und wird bei uns regelmäßig verwendet. Klappt aber meistens nur mit Hilfe. 
  • Ein Handmixer und Stabmixer wie zb. dieser von Bosch – keine Scheu vor elektrischen Geräten. Auch diese können mit Hilfe schon benutzt werden und viele Kinder finden das besonders spannend. 
  • Ein kleiner Rührbesen – um Teige oder auch mal Kakao zu rühren. 
  • Ein kleiner Teigroller
  • Ausstecher für Kekse und Obst/Gemüse – weil Gurke in Sternchenform besser schmeckt! 
  • Elektronische Waage und/oder Cupmessbecher 

Meine Freundin Agnes – deren Zwillingsmädchen nur wenige Tage älter sind als mein Sohn – hat passenderweise ihre liebsten Küchenhelfer für (kleine) Kinder unlängst in diesem Beitrag zusammengetragen. 

Die Küchenhelfer liegen bereit, der Wille ist da – nun geht es ans Eingemachte. Ran an die Küche, Kinder! Damit das nicht im Desaster endet, habe ich ein paar Tipps und Tricks für dich zusammengetragen, die dir hoffentlich helfen die Nerven zu bewahren, wenn sich deine Küche in ein Chaos verwanden wird. Und das wird sie – versprochen! 

Meine Tipps und Tricks für’s Backen und Kochen mit Kindern

  • Kein Zwang  – dein Kind zeigt sich zunächst begeistert, will aber nach 1 Minute doch lieber spielen gehen? Dann lass es. Noch sind Kinder in der glücklichen Lage nicht kochen zu müssen, das darfst du jetzt allein erledigen.
  • Keine Erwartungshaltung und kein Perfektionismus – geh nicht davon aus, dass dein Kind eine Tätigkeit gleich gut beherrscht, mische dich nicht ein, wenn etwas nicht auf Anhieb gelingt oder „falsch“ gemacht wird und verabschiede dich vom Gedanken an perfekte Ergebnisse. 
  • Für geplante Küchensessions sucht euch gemeinsam einfache Rezepte aus, bei dem das Kind viel alleine machen kann, damit es ein Erfolgserlebnis wird. Mein Sohn sucht sich gerne Rezepte aus bebilderten Kinderkochbüchern aus. 
  • Bereite vor. Du kannst Zutaten im Vorfeld abwiegen und in Tassen, Schüsseln oder auf Löffeln bereitlegen. So geht es schneller und dein Kind kann dann alleine alles zusammenmischen. 
  • Vorzeigen – der richtige Umgang mit Küchenwerkzeug muss gelernt werden. Zeige deinem Kind vor dem ersten Einsatz wie man das Messer richtig hält und dass man immer vom Körper weg schneidet. 

  • Allein, aber immer unter Aufsicht: ich lasse meinen Sohn fast alles alleine ausprobieren (außer zb. das Hantieren mit heißem Wasser, Öl usw.). Vertrau deinem Kind (und deiner Einschätzung ob es das schon kann), aber behalte es immer im Auge und greife im Ernstfall schnell ein. 
  • Gemeinsam: was alleine noch nicht klappt oder zu gefährlich ist – wie schneiden oder rühren mit einem Handmixer – kann gemeinsam gemacht werden. Lege eine Hand auf die Hand deines Kindes und führe es. 
  • Erklärbär: erzähle deinem Kind etwas über die verwendeten Zutaten. Wo sie wachsen oder produziert werden, wie sie in anderen Sprachen heißen oder welche Nährstoffe enthalten sind und für was der Körper diese benötigt. Beschreibe auch die einzelnen Zubereitungsschritte und warum was gemacht werden muss. 
  • Raus aus der Küche. Nicht jede Tätigkeit muss in der Küche oder auf der Küchenarbeitsfläche stattfinden. Kekse ausstechen gelingt am Esstisch besser. Teig kann in der Schüssel auch am Fußboden gerührt und Obst am Wohnzimmertischchen geschnitten werden. Mit ist da wichtiger, dass mein Sohn gut und sicher arbeiten kann als dass es überall sauber bleibt. Durch den Einsatz des Learing Towers kann er aber eh sehr gut auf der Küchenarbeitsfläche arbeiten (und manchmal sitzt er da auch einfach drauf und hilft mit). 
  • Naschen erlaubt! Beim Zubereiten darf das eine oder andere Stück frisch geschnittener Obst oder auch vom (veganen) Kuchenteig genascht werden. Das erhält die Lust und Laune an der Arbeit. 
  • Kleine Spielereien zwischendurch: ein Beerenwettessen, Gemüsesorten raten, ein Kampf mit Gurkenlaserschwertern, Malen im Mehlstaub und Backe Backe Kuchen dazu trällern – so wird deinem Kind bestimmt nicht langweilig
  • Bunt, bunt, bunt sind alle meine Zutaten: färbt Pfannkuchenteig mal mit Rote Beete Saft rot ein, dekoriert den Kuchen mit bunten Streuseln oder macht Farbtupfer aus verschiedenem Obstmus in den Griesbrei. 
  • Gefahrenquellen vorher ausmachen und vermeiden – lasse scharfe Messer nicht in Griffweite des Kindes liegen; Hände weg vom heißen Herd, lange Haare zusammenbinden usw. 
  • Für etwas ältere Kinder kannst du Rezepte bildlich darstellen, damit sie diese ohne Anweisung selbst zubereitet werden können. 
  • Falls dein Kind noch sehr klein ist und du es noch nicht wirklich helfen lassen magst, dann stelle ihm ein paar Kochutensilien am Boden oder auf einem kleinen Tisch neben dir zur Verfügung. So könnt ihr nebeneinander gemeinsam „kochen“. 
  • Geputzt wird nachher! Währenddessen ist kleckern und patzen erlaubt und zwar ohne Gemecker. Mit dem Chaos könnt ihr euch dann nach dem Essen beschäftigen. Auch beim Putzen ist helfen angesagt – Tätigkeiten wie Geschirrspüler einräumen, abwaschen oder Flächen wischen können durchaus Spaß machen. Und wenn es nach dem gemeinsamen Putzen schlimmer aussieht als vorher: lache drüber und putze nochmal, wenn das Kind im Bett ist. Oder mach es einfach morgen…

Du bist nun hoffentlich gerüstet. Dann mach dich doch gleich mal ans Umsetzen. Dafür habe ich ein Rezept für dich, das leicht gelingt und Kindern richtig gut schmeckt. Allein dem Namen wegen liebt mein Sohn dieses Muffins 😀 

Ein einfaches Rezept für vegane Muffins

Zutaten für 12 Muffins:

  • 240g Mehl
  • 120g Birkenzucker oder normaler Zucker
  • 150ml Sojamilch (oder Hafermilch)
  • 50g Schokolade (zb. Kochschokolade)
  • 1 EL Apfelessig
  • Prise Salz, Zimt und geriebene Vanille
  • 1/2 TL Backpulver
  • 60ml Rapsöl

Zubereitung

  1. Den Ofen auf 180°C Umluft vorheizen.
  2. Nimm eine Schüssel und vermische darin Mehl, Zucker, Gewürze, Backpulver.
  3. Miss die Pflanzenmilch in einem Messbecher ab und gib den Esslöffel Apfelessig dazu. Kurz stehen lassen und dann die Mischung ins Mehlgeschmisch rühren.
  4. Das Öl dazu geben.
  5. Dann die Schokolade mit einem Messer kleinhacken und unter den Teig heben.
  6. Den Teig nun in 12 Muffinförmchen füllen und für ca. 15 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!

Weitere Rezepte für Kinder findest du in meinem Rezeptearchiv.

Viel Spaß beim Nachmachen und hab es schön!

Angie

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1 Kommentar

  • Antworten Birgit 22. Juni 2017 at 21:35

    Angie, deine Rezepte sind immer so super! Werde ich jedenfalls ausprobieren!

    Liebe Grüße,

    Birgit

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