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{Rezension} Klaus mag Hühner – veganes Kinderbuch

5. Oktober 2016

Klaus mag Hühner Klaus mag Hühner und darum isst er sie nicht.

So simpel wie logisch erklärt er uns komischen Erdenbewohnern damit, was bei uns falsch läuft. Kognitive Dissonanz nennt man das Unwohlsein, weil das Verhalten nicht mit der Überzeugung übereinstimmt. Sprich, wenn man weiß, dass man keine Tiere töten mag, um sie zu essen, aber einem das Fleisch so gut schmeckt und man es in Kauf nimmt. Darum reagieren viele auf vegan oder vegetarisch lebende Menschen negativ. Einen Spiegel vorgehalten zu bekommen macht eben keine Freu(n)de. 

Aber ich schweife ab. Klaus mag Hühner ist wohl in erster Linie für Kinder angedacht, deren Eltern mit dem eingangs erwähnten Widerspruch nicht mehr leben wollten und sich schon für eine vegan/vegetarische Lebensweise entschieden haben und diese ihren Kindern näher bringen wollen. 

Genau aus diesem Grund hat mich das Buch interessiert. Mein Sohn (2) mag von sich aus kein Fleisch essen. Er dürfte es, da sein Papa und ich uns übereingekommen sind, dass er die freie Wahl hat, ob er bei mir vegan oder beim Papa vegetarisch/omnivor isst. Obwohl wir das nie groß vor ihm zum Thema gemacht haben, dürfte er bemerkt haben, dass ich kein Fleisch esse und richtet sich nach mir. Ich finde das wirklich erstaunlich und es überrascht mich jedes Mal aufs Neue positiv. Natürlich ist ihm in seinem Alter noch nicht klar was tot bedeutet und was Fleisch wirklich ist und ich möchte ihn auch noch gar nicht damit konfrontieren. Aber über kurz oder lang wird es zu Fragen kommen und ich finde Bücher sind da die perfekte Möglichkeit Themen kindgerecht zu besprechen. 

kinderbuch-veganÜber das Buch

In über 30 Illustrationen und Versen hilft die Außenperspektive eines außerirdischen Protagonisten auch Kindern dabei, menschliche „Normalitäten“, wie die Betrachtung von Tieren als Lebensmittel, begründet zu hinterfragen. 

Das Kinderbuch besticht durch bunte Illustrationen und kurze Reime. Kinderfreundlich und knapp wird darüber reflektiert, warum Menschen so tolle Tiere wie Hühner töten, um sie zu essen. Ohne Vorwürfe oder schlechtes Gewissen regt das Buch zum Nachdenken an. Für mich als Erwachsene wirkt es ein bisschen zu knapp und zu locker auf den ersten Blick. Aber aus Sicht eines Kindes erscheint mir das für die Thematik genau richtig gewählt. Zumal das Buch bereits ab 3 Jahren empfohlen wird. Kleineren Kindern kann man die Geschichte ohne Bedenken vorlesen, da auf den meisten Seiten zb. bloß die Eigenschaften der Hühner beschrieben werden oder Klaus vorgestellt wird. Nur auf einer Seite ist ein Teller mit Fleischstücken zu sehen und im Text wird von „töten“ gesprochen. Das kann man für den Anfang überlesen und anders erklären oder einfach nur beschreiben, was man auf dem Bild sieht. 

Streng genommen ist das Buch nur vegetarisch, da es ja nur um das (Nicht)Essen von Fleisch geht und nicht auch um den Verzicht auf alle Tierprodukte. Aber das kann man ja beim Vorlesen mit einfließen lassen. 

Abgesehen von der schönen Botschaft findet man in den Illustrationen kleine Spielereien und Wissenswertes versteckt. Zum Beispiel die Planeten unseres Sonnensystem, Finger zum Abzählen und eine Fingerspur zum Nachfahren. Das Buch wird also nicht so schnell langweilig. 

kinderbuch-rezension

Klaus mag Hühner*
compassion media
November 2015
ISBN 978-3981642544
€ 14,50

Welchen Eindruck hast du vom Buch? Wie findest du generell vegane Kinderbücher oder kannst du eines empfehlen? 

Hab es schön!

Angie

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